Fregatte Rheinland-Pfalz

 

Fregatte Rheinland-Pfalz (F 209)


Die Fregatte Rheinland-Pfalz (F 209) ist ein deutsches Kriegsschiff der Bremen-Klasse.

 

Geschichte

Die Fregatte Rheinland-Pfalz ist das dritte Schiff einer als Flugkörperfregatte bezeichneten Klasse von Kriegsschiffen der Bundesmarine.

Die Schiffe der Klasse F122 waren die ersten deutschen Kriegsschiffe mit kombiniertem Diesel-Gasturbinenantrieb, im Gegensatz zum bisher verwendeten Dampfturbinenantrieb. Kennzeichnend für die Fregatte als Klasse ist ihre weltweite Einsetzbarkeit, die durch ihre lange Stehzeit in See ermöglicht wird. Darum werden an Bord einer Fregatte auch alle administrativen Funktionen abgebildet, die zur autarken Führung einer solchen Einheit nötig sind, und wird auch soviel Personal mitgeführt, dass der Betrieb und der Einsatz des Schiffes von unbegrenzter Dauer sein kann.

Einsätze

Die Rheinland-Pfalz war seit ihrer Indienststellung an mehreren Auslandseinsätzen beteiligt, darunter

  • die Embargo-Operation Sharp Guard (1992–1996) in der Adria gegen das ehemalige Jugoslawien
  • 1999 die Operation Allied Force in der Adria.

Am 22. Januar 2009 lief die Fregatte Rheinland-Pfalz in Richtung Horn von Afrika aus, um an der Anti-Piraterie-Mission Atalanta teilzunehmen. Diese Operation soll die vor der Küste von Somalia operierenden Piraten abschrecken und bekämpfen. Dabei soll zum einen die durch Piratenüberfälle gefährdete humanitäre Hilfe für die notleidende somalische Bevölkerung sichergestellt werden. Zum anderen soll die Operation den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen unterbinden und das Völkerrecht durchsetzen.

Am 3. März gelang eine Festnahme einiger Piraten nach einem Angriff auf einen Frachter. Beteiligt waren Hubschrauber der Fregatte Rheinland-Pfalz und der USS Monterey.

Am 30. März 2009 gelang der Fregatte ein weiterer Schlag gegen die Piraten. Diese hatten den Betriebsstofftanker Spessart der Bundeswehr angegriffen und konnten nach einer mehrstündigen Verfolgung gestellt und gefasst werden.

Ende Februar 2011 bekam die Fregatte zusammen mit anderen Marineschiffen den Marschbefehl zur Küste Libyens, um bei der Evakuierung deutscher Staatsbürger zu helfen. Am 5. März 2011 nahm die Rheinland-Pfalz im Hafen der tunesischen Stadt Gabès gemeinsam mit der Brandenburg und dem Einsatzgruppenversorger Berlin mehrere hundert ägyptische Flüchtlinge an Bord um diese über den Seeweg in ihre Heimat zu bringen.

Kenndaten Fregatte Rheinland-Pfalz

Die Fregatte Rheinland-Pfalz, wie auch die Schwesterschiffe, wurde als Mehrzweckfregatte ausgelegt. Neben der U-Jagd besitzen die Fregatten der Klasse 122 auch die Befähigung, mittels mitgeführter Anti-Schiffs-Flugkörpern Typ Harpoon feindliche Schiffe über den Horizont hinaus zu bekämpfen sowie Torpedos mit Hilfe des Bordhubschraubers Sea Lynx in over-the-horizon-Kriegsführung ins Ziel zu bringen. Darüber hinaus befähigt die Ausrüstung mit weitreichenden Radar- und EloKa-Anlagen zur Seeraumüberwachung und zur Durchführung von Embargo-Operationen.

  • Klasse: BREMEN-Klasse (F122)
  • Kennung: F209
  • NATO-Klassifikation: FFGH (FFrigate, large category, Guided Missile, Helicopter)
  • Rufzeichen: DRAS (Delta-Romeo-Alpha-Sierra)
  • Bauwerft: Blohm & Voss, Hamburg;
    • Ausrüstung: Bremer Vulkan
  • Verbandszugehörigkeit: 4. Fregattengeschwader, das der Einsatzflottille 2 unterstellt ist, (Stützpunkt: Wilhelmshaven)
  • Besatzung: militärisch, max. 220 Mann
  • Feste Bewaffnung: Artillerie 1x Turm 76mm, 2x Marineleichtgeschütz (MLG) 27mm; Lenkwaffen (Flugkörper, FK) 2x RAM (FK-Abwehr), max. 8x HARPOON (Schiff-Schiff-FK), RIM-7 Sea Sparrow 8fach-Launcher (Schiff-Schiff/Luft-FK); Düppel (Täuschkörper) 4x6fach Werfer; Torpedos 2x2. Zusätzlich, je nach Einsatz: Laffetierte Handwaffen (z. B. MG3, sMG, u. ä.)

Bordorganisation

Die Fregatte Rheinland-Pfalz hat, wie alle Fregatten der Marine, eine Bordorganisation in Hauptabschnitten (HAs):

  • HA 100: Navigation und Decksdienst; deckt die zur seemännischen Führung des Schiffes nötigen Aufgaben ab
  • HA 200: Antrieb, E-Versorgung und Schiffssicherung; deckt die zur Aufrechterhaltung des technischen Betriebs (Vortrieb, Elektrizitäts-, Wasser-, Wärme-, Kälteversorgung) und der technischen Sicherheit nötigen Aufgaben ab
  • HA 300: Elektronik; deckt die zur Wartung und Herstellung der Gefechtsbereitschaft der Waffen- und Elektroniksysteme nötigen Aufgaben ab
  • HA 400: Administration, Versorgung und Verpflegung; deckt die zur ordnungsgemäßen Abwicklung der administrativen Aufgaben (Besoldung, Personalangelegenheiten, u. ä.), der Materialwirtschaft und der Verpflegung nötigen Aufgaben ab
  • HA 500: Fliegerischer Dienst; deckt alle zum Helikopter-Flugbetrieb nötigen Aufgaben ab (wird nicht bei allen Einsatzfahrten mit eingeschifft)
  • HA 600: Operation und Einsatzführung; deckt alle zum Einsatz des Kriegsschiffes nötigen Aufgaben, wie Kommunikation, Lagebilderstellung, Waffennutzung, Einsatz von Sondereinsatzkräften, ab
  • Vorgesetztenstruktur: Kommandant (+), Erster Offizier (IO), Hauptabschnittsleiter (HAL), Abschnittleiter (AL), Abschnittsbootsleute (AB), Abschnittsunteroffiziere, Mannschaften. Daneben Hauptabschnittsbootsmann (HAB) zur administrativen Unterstützung des HAL und Schiffswachtmeister (SWM) in der Funktion des Kompaniefeldwebels (KpFw).

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